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Tief Xynthia veranlasste den einen oder anderen Konzertbesucher, diesmal zu Hause bleiben: Beim zehnten Quantz-Konzert war die Markuskirche in Scheden nicht ganz so rappelvoll wie in den vergangenen Jahren.
Doch wer dem Sturm zum Trotz gekommen war, konnte dort jetzt einen genussreichen und wohltemperierten Nachmittag mit dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO) verbringen.
Zwei Werke des Konzerts waren bereits drei Tage vorher mit dem GSO im Deutschen Theater in Göttingen zu hören gewesen: die g-Moll-Symphonien von Haydn („Il mare turbito“) und Mozart (KV 183). Die Akustik einer Kirche ist dieser Musik aber wesentlich dienlicher als der vergleichsweise dumpfe Klang in einem Sprechtheater: Der leichte Nachklang stand den beiden Stücke gut an, verlieh dem Sound einen sanften Glanz.
Das kam auch dem Flötenkonzert D-Dur von Johann Joachim Quantz zugute, dem aus Scheden stammenden Flötenlehrer Friedrichs des Großen. Es ist schon ein besonderes Gefühl, diese Musik an Quantz’ Geburtsort zu hören, nur wenige Schritte entfernt von der väterlichen Hufschmiede, in der Quantz aufwuchs. Als junger Bursche ließ er sich bei Tanz in den umliegenden Dörfern auf der Bassgeige hören.
Den Solopart des Quantz-Konzerts spielte Birte Simon, stellvertretende Soloflötistin des GSO. Das GSO kann stolz darauf sein, zwei gleichermaßen podiumstaugliche Flötistinnen in seinen Reihen zu wissen: Rangunterschiede sind in den Schedener Konzerten, bei denen Birte Simon im Wechsel mit ihrer Kollegin Bettina Bormuth auftritt, nicht auszumachen. Sehr anmutig und mit Grazie gestaltete sie ihren Part, das Orchester unter Leitung des Gastdirigenten Gordon Bragg war ein aufmerksamer und ausdrucksstarker Begleiter.
Komplettiert wurde das Konzert durch Chormusik, vorgetragen vom Kirchenchor Scheden unter der Leitung von Martin Engelke (in dem ausschließlich Frauen singen) und dem Männergesangverein Oberscheden unter Harry Kühne. Beide Ensembles bewiesen, dass die musikalische Szene in Scheden, der der junge Quantz angehörte, auch weiterhin im Laienbereich aktiv und engagiert ist.
Von Michael Schäfer
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